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Glorreiche Tage für den Tourismus der Malediven

By Maldives Traveller
9 December 2020
Glorreiche Tage für den Tourismus der Malediven

Viele Urlauber, die in den Genuß kommen, die Malediven zu erleben, wie auch unzählige junge Malediver sind der Auffassung, dass es die Tourismus-Industrie seit jeher gab und dass sie auch seit jeher unter den goldenen Strahlen der Sonne florieren konnte. Wenn man aber nur wenige Jahrzehnte zurückblickt, wird man erkennen, dass die Malediven - zwar auch damals eine Augenweide - noch nahezu unerschlossen waren. Es gabe keine Telefone. Keine Satelliten. Keine Infrastruktur. Keine Resorts. Es gab praktisch nichts. All das änderte sich mit der zufälligen Begegnung eines italienischen Abenteurers und einer Handvoll junger, ambitionierte maledivischer Geschäftsmänner, die diese traumhaft Kette türkisfarbener Inseln in die romantischte Urlaubsdestination der Welt verwandelten. Und all das wurde unter Aufwendung enormer Anstrengungen erreicht, verbunden mit viel Schweiß, Tränen und Glauben an das Schicksal.


Der Mann, dem man nachsagen kann, er sei der Urgroßvater dieser enormen Transformation, heißt M. U. Maniku und er war bei der Entstehung der Idee dieser Transformation dabei und spielte für ihre Umsetzung eine zentrale Rolle. In jungen Jahren studierte er Argrarwissenschaften an der American University in Pakistan, doch bei seiner Rückkehr auf die Malediven begegnete er bei seiner Arbeit für die Regierung zufällig George Corbin, besagtem italienischem Abenteurer. Corbin hatte 1971 zuerst von den Malediven gehört, als er sich auf Sri Lanka befand. Dort berichtete man ihm von einer Kette tropischer Inselatolle, die dem Paradies auf Erden gleichkamen. "Falls du dorthin gehst", sagten ihm die Menschen auf Sri Lanka, "willst du vermutlich nie wieder zurückkehren." Also beschuf Corbin sich kurzerhand ein Frachtschiff und machte sich auf zur Hauptinsel Malé - und was er dort vorfand, raubte ihm den Atem.


Dieses erste Kennenlernen der Malediven gleicht inzwischen einem Mythos und Herr Maniku denkt mit einer Mischung aus Wärme und ungebändigtem Stolz zurück an diese Pionierzeit. "Wissen Sie, im Jahre 1972 hatten wir praktisch nichts", erinnert er sich. "Wir verwendeten den Morse-Code für alles. Wir verfügten nur über einfachste Elektrizität. Wir hatten nur die kleinsten Flughäfen. Die Einwohnerzahl von Malé umfasste damals nur 7000 und das Bruttoinlandsprodukt des gesamten Landes bemaß 2,5 Millionen USD (2,1 Million EURO). Davon stammten die Einnahmen größtenteils vom Fischfang. Von Tourismus war da weit und breit keine Spur."


Wenn man von diesen Umständen ausgeht, wirkt es nahezu unmöglich, dass Malé inzwischen 200.000 Einwohner hat und das Bruttoinlandsprodukt des Land auf sagenhafte 6 Milliarden USD (5 Milliarden EURO) gewachsen ist. Ein derartige Erfolgsstory in der Tourismusbranche ist einzigartig und sie wäre womöglich niemals zu Stande gekommen, wenn nicht Leute wie Maniku und eine Handvoll anderer lokaler Geschäftsleute wie zum Beispiel Champa Hussein Afeef und Kerafaa Naseem beständig und entschlossen geblieben wären. Die Reichtümer dieser Erfolgsstory sieht man heute überall, doch damals, als im Jahre 1972 die ersten Touristen die Malediven aufsuchten, waren es noch Maniku und seine Leute, die selbst gekocht, geputzt, gewaschen und Angelausflüge organisiert haben. "Damals standen wir um 4:30 Uhr auf, um das Frühstück unserer Gäste vorzubereiten", erinnert sich Maniku. "Unsere lokale Küche war damals wohl etwas zu würzig für ihre Gaumen, daher mussten wir noch lernen, wie man Pasta für sie zubereitet!" Und währenddessen arbeiteten sie an der Möglichkeit, ein eigenes, touristisches Resort zu bauen, obwohl das Entwicklungsprogramm der UN im Jahr 1972 eine Studie veröffentlich hatte, die davor gewarnt hatte, da die Malediven keine für den Tourismus geeignete Region seien.


"Die gängige Meinung damals war, dass Tourismus nicht funktionieren würde, da es nicht die notwendige Infrastruktur gab", erläutert Maniku. "Es wirkte damals also alles wie ein unerreichbarer Traum. Aber wir waren fest entschlossen, ihren Traum umzusetzen. Wir sahen das Potenzial unserer Produkts und wir arbeiteten sehr hart daran, es umzusetzen." Damals war er gerade mal 28 Jahre alt.


Nachdem Maniku also die Kunst des Pasta-Kochens erlernt hatte und inzwischen auch Harpunen-Ausflüge anbieten konnte, arbeitete er daran, das erste Insel-Resort, das Kurumba-Resort, zu verwirklichen, das nur 3 km entfernt vom Flughafen in Malé liegt und bereits am 28. Oktober 1972 seine Pforten öffnete. "Es gab damals noch keine Banken, also musste ich das Geld von meinem Vater leihen, um Kurumba bauen zu können", führt Maniku aus. "Und man muss auch bedenken, dass wir damals alles mit händischer Arbeit leisten mussten - das Gipsen, die Bodenarbeiten, das Dach aus Kokoblättern, die Brunnenarbeiten, die Elektroleitungen - einfach alles! Aber unsere Gäste empfanden ihre Reise als wundervolle Erfahrung, da die Malediven ein einfach wunderschönes Land sind. Sie brachten Fotografen und Schriftsteller mit und als sie zurück nach Italien kehrten, berichteten sie alle von ihren fantastischen Erlebnissen. Was man aber nicht vergessen sollte, ist, dass das ganze Projekt ausschließlich von Maledivern erstellt und durchgeführt wurde - und das wahrlich Beeindruckende an der Sache." Der Erfolg von Kurumba legte also den Grundstein für die weitere Expansion.


"Das Konzept 'Ein Resort, eine Insel' schwebte uns von Anfang an vor", berichtet Maniku. "Andere Orte erzielten einen eher niederschwelligen Tourismus, aber wir hatten größere Ziele im Sinn. Wir wollten Exklusivität, Gelassenheit und friedliche Erholung vereinen. Der Tourismus der Malediven sprach sich rum. Bei uns handelte es sich nicht um ein künstliche Paradies. Alles, was wir verdienten, steckten wir in weitere Investitionen. Wir erkundeten jede Insel, jede Lagune. Ich durchreiste unser ganzes Land, daher kenne ich mich auf den Malediven sehr gut aus. Und wir wussten, dass unser Produkt perfekt war. Wir reisten nach Bora Bora, nach Bali, nach Thailand - zu all den anderen tropischen Reisezielen und erkannten, dass keines davon vergleichbar mit den Malediven war. Weder in Sachen Schönheit noch im direkten Vergleich der angebotenen Produkte. Die kamen nicht einmal in unsere Nähe."


Weitere Resorts folgten schnell - Bandos, Baros, Full Moon, Kuredu - und neue Innovationen kehrten mit ihnen ein. "Wir haben stets das Feedback unserer Gäste beachtet", meint Maniku, "daher wussten wir genau, was sie wollten, was sie brauchten." Die Firmen von Maniku waren die ersten, die Entsalzungsanlagen auf den Malediven einsetzen. Sie waren auch die ersten, die Swimming Pools und Überwasser-Bungalows bauten, ebenso wie Unterwasser-Spas. Sie brachten auch als erste Helikopter auf die Malediven, indem sie Maschinen des britischen Luftverkehrsexperten Hummingbird im Jahre 1993 erwarben. Inzwischen verlief das Wachstum der Tourismusbranche auf den Malediven exponentiell. Derweil bereiste Maniku die ganze Welt und pries die Malediven als paradiesische Urlaubslocation an - und gewann als erstes den japanischen Markt. Schon bald wurden moderne Satelliten und Kommunikationssysteme eingeführt, die die Inselns auf nie zuvor da gewesene Art und Weise miteinander verbanden.


Liveboards wurden erkundet. Die Tauchindustrie wurde beworben. Dann wurde der Flughafen erweitert und Wasserflugzeuge wurden eingeführt, damit auch die äußeren, ferneren Atolle angeflogen werden konnten. Bereits im Jahre 1993 reisten die Reichen und Berühmten per Privatjet an und Präsidenten und die einflussreichste Entscheidungsträger folgten bald. "Celebrities genossen die Malediven von Anfang an, da sie wunderschöne Abgeschiedenheit boten", führt Maniku aus. "Die Paparazzi konnten sie hier nicht erreichen, weswegen Stars sich richtig entspannen konnten. Das half uns, den Ruf einer exklusiven Destination zu erlangen." Bereits Ende der 1990er hatte sich die gesamte Verwandlung des schläfrigen Hinterwälder-Idylls zu einem exotischen Fünf-Sterne-Paradies praktisch vollzogen.


"Die letzten 40 Jahre können als seismische Verschiebung unseres Landes beschrieben werden", sagt Maniku. "Nur eine Handvoll von uns war seit Anfang an dabei. Überall sonst auf der Welt mag ich ein Niemand sein, aber hier haben wir Geschichte geschrieben. Es gab viele Hürden, unzählige Schwierigkeiten und es war auch ein sehr teures Unterfangen, den maledivischen Traum zu verwirklichen, aber letztlich ist uns genau das gelungen - und dieser Traum hat sich als großer Erfolg herausgestellt. Wir schufen unsere eigenen Lösungen zu all den Problemen, die sich uns auftaten. Und dennoch haben wir immer zugehört und waren stets darum bemüht, uns zu verbessern, weil wir folgendes Geheimnis erkannt hatten: Es ging darum, uns zu 100% darauf zu konzentrieren, was die Touristen wollten und nicht auf das, was wir wollten. Das ist eigentliche Geheimnis unseres Erfolgs."


Heute ist M. U. Maniku der Vorstand der Universal Enterprises, der Mutterfirma der Universal Resorts, das die größte Sammlung an Resorts der Malediven beinhaltet.

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