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Wie sind die malediven entstanden

Foto der Luftaufnahme von Inseln von Malediven
Foto der Luftaufnahme von Inseln von Malediven

Die Malediven bestehen aus mehr als tausend Inseln, die sich auf einer Fläche von über 298 km² im Indischen Ozean erstrecken. Sie sind von bezaubernder, einmaliger Schönheit, einzigartig auf dieser Erde.

Die Malediven heißen sie willkommen, die Pracht und den Charme der Inseln, sowie die Gastfreundschaft des maledivischen Volkes kennen zu lernen.

Ungefähr 550.000 Menschen leben auf den Malediven; doppelt so viele Touristen verbringen hier jedes Jahr ihren Urlaub. Besucher werden seit Jahrhunderten mit offenen Armen empfangen. Manche von ihnen sind geblieben, während andere über die Schwierigkeiten des Lebens auf diesen winzigen Inseln berichteten.

Im Gegensatz zu den Abenteurern und Seeleuten in der Vergangenheit, können die Malediven heutzutage von jedem Land aus ganz einfach erreicht werden. Wir wünschen ihnen einen angenehmen und unvergesslichen Aufenthalt.

Für die meisten Urlauber sind Sonnentage mit strahlend blauem Himmel, kristallklare Lagunen in den verschiedensten Blautönen, Mondnächte, der wohltuende Klang, wenn die Wellen leise and den weißen Strand schwappen, das Rauschen der Palmen und schneeweiße Strände die wichtigsten Merkmale für einen perfekten Urlaub in den Tropen. Es gibt nur wenige Orte außer den Malediven, die all dies zu bieten haben.

Obwohl die Malediven heute jedem Reisenden ein Begriff sind, kennt kaum einer ihre Geschichte. Die Malediven haben im Laufe der Zeit gewaltige Änderungen erfahren und waren in den vergangenen zwei Jahrtausenden von mehreren geopolitischen Änderungen und Umbrüchen betroffen. 

Geographie

Nur wenige Länder haben so eine außergewöhnliche Landschaft wie die Malediven. Sie bestehen aus 1190 Inseln rund um den Äquator und liegen ca. 650 km südwestlich von Sri Lanka. Die Inseln sind aufgereiht wie eine Kette und erstrecken sich auf einer Länge von 820 km und einer Breite von 130 km. 

Die Inseln bilden insgesamt 26 ringförmige Atolle; manche Atolle bilden sich um eine einzige Insel, während andere um die 200 Inseln einschließen. Das Huvadhoo Atoll im Süden ist das zweitgrößte Atoll der Erde.

Atollbildung

1842 präsentierte Charles Darwin der Welt die erste logische Erklärung von der Atollbildung. Darwin erklärte, dass Atolle entstehen, wenn eine vulkanische Landmasse langsam im Meer versinkt und sich daraufhin Korallen auf dem Plateau und drum herum bilden. Darwin schrieb ebenfalls nieder, dass sich die Bildung der Malediven etwas von den Inseln im Pazifik und im Atlantik, die er untersucht hat, unterscheidet. 

Nach einer Tauchexpedition im Jahre 1962 folgerte Hans Hass, dass „die innere Struktur gewisser Korallenriffe nicht kompakt ist, sondern porös und instabil und sie sich deshalb in ihrem Zentrum ständig ausdehnen können“.

Riffe bildeten sich an der Spitze untergetauchter Gebirgsketten, die sich im Zentrum des Indischen Ozeans ausdehnten. Die Riffe durchbrechen manchmal die Wasseroberfläche und beginnen, Plattformen zu bilden. 

Der Mittelpunkt einer Plattform bricht durch den Mangel an Nahrung, an Sauerstoff und durch den Reibungseffekt der Gezeiten in sich zusammen. 

Rund um die Riffkante, wo sich die höchsten und härtesten Korallen gebildet haben, sammeln sich Sand und Geröll, Pflanzen siedeln sich an, und es beginnen sich Inseln zu bilden.

Entstehung der Malediven

Die geheimnisvolle Entstehung der Malediven begann vor mehr als 225 Millionen Jahren, als nur die Hydrosphäre und die Lithosphäre existierten. Zu dieser Zeit bestand mehr als die Hälfte der Erde aus einem Kontinent namens Pangaea. Dieser Kontinent war von einem Ozean namens Panthalassa umgeben.

Vor etwa 136 Millionen Jahren teilte sich Pangaea in zwei Kontinente auf. Der nördliche Kontinent wurde Laurasia genannt, der südliche Gondwana, und dazwischen lag ein Meer namens Tethys. Dann brach Gondwana auseinander und bildete den Atlantischen Ozean, der den afrikanischen Kontinent vom amerikanischen Kontinent trennte.

Die Kontinente wurden aufgrund von Plattenbewegungen verstreut. Dann brach Lava aus dem Erdkern aus und bildete eine Unterwasserlandschaft. Die Laurasia brach ebenfalls auseinander und bildete vor etwa 6.600 Jahren die Kontinente der nördlichen Hemisphäre.

Der Indische Ozean begann vor etwa 150 Millionen Jahren Gestalt anzunehmen. Zu dieser Zeit war Indien Teil des südlichen Kontinents. Asien hingegen war Teil des nördlichen Kontinents "Laurasia".

Während des oben erwähnten Zeitraums führte die Plattenbewegung dazu, dass sich Indien von Madagaskar und Afrika abspaltete und sich allmählich nach Norden zu bewegen begann. Als sich diese Platte durch den Indischen Ozean bewegte, passierte sie einen Hotspot. Dieser Hotspot, der in der Nähe der heutigen Insel La Réunion liegt, soll eine besondere Rolle bei der Entstehung der Malediven gespielt haben.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Erhebung, die vom Chagos-Archipel über die Malediven bis zur Lakshadweep-Tiefe verläuft, durch diesen Hotspot entstanden ist. Die Passage des Hotspots schuf einen langen Vulkangürtel, der sich bis zur Indischen Platte erstreckte.

Nach der langen Reise kollidierte das nördliche Ende der indischen Platte mit dem südlichen Ende der asiatischen Platte. Durch den Aufprall entstand das riesige Himalaya-Gebirge. Der Indische Ozean wurde dann umrissen.

Die Vulkane, die die Vorfahren der Malediven waren, begannen über einen langen Zeitraum hinweg allmählich im Indischen Ozean zu versinken. Die Topographie der Malediven war zu dieser Zeit eine Insel, die aus Vulkanen und Hochland bestand. Die Berge versanken jedoch allmählich im Indischen Ozean und ließen nur den Krater an der Spitze zurück.

Nach Millionen von Jahren begannen die Spitzen der verbliebenen Berge Tausende von wunderschönen Korallenriffinseln zu bilden. Heute gibt es auf den Malediven keine Berge und keine Vulkane, und der höchste Punkt über dem Meeresspiegel liegt bei gerade einmal 2,4 Metern.